Dienstag, Mai 05, 2015

Die Krim ist unser? Oder unser? Oder was?

Die Krim ist unser, so predigt es die russische Propaganda auf allen Kanälen, es gibt bereits (das ist neu) eine Flut von Merchandising Artikeln mit dieser griffigen - genaugenommen über-griffigen Botschaft.  

Im Internet und den sozialen Netzwerken wird eifrig diskutiert, wie berechtigt dieser historische Anspruch Russlands auf diese Halbinsel eigentlich ist, und wie viel berechtigter eigentlich ukrainische, türkische, österreichische oder meinetwegen auch litauische, mongolische oder venezianische Interessen viel schwerer wiegen könnten.
Philippika wird sich an dieser Diskussion nicht beteiligen. Und das hat einen Grund:
Gerade wir in Deutschland wissen doch, dass Geschichtsrevisionismus nur zu Krieg, Gewalt, Vertreibung und Völkermord führt.
Die Tatsache, dass die russische Geschichtsklitterung sachlich falsch und propagand
istisch überhöht ist, rangiert absolut nachrangig gegenüber dem unverzeihlichen Faktum, dass sie überhaupt betrieben wird, und als Legitimation militärischer Gewaltanwendung eingesetzt wird.
Jeder, der bei Verstand ist, weiß, dass Königsberg niemals vor diesem Hintergrund russisch sein dürfte, dass diese unselige Diskussion aber beim 2+4 Vertrag beerdigt wurde. Nun betreibt Russland Nekromantie und ruft die Geister der imperialistischen Vergangenheit aus ihren Gräbern. Und keiner weiß, ob der Zauberlehrling Putin sie wird beherrschen können.
Noch schlimmer scheint mir, dass es Kräfte in Russland gibt, die gar keine Angst davor haben, diese Geister auch bei uns in Deutschland zu wecken, und mehr oder minder offen von einer Neuauflage des Hitler Stalin (oder Molotow-Ribbentrop) Paktes träumen, in der Osteuropa in klare "Interessensphären" aufgeteilt wird, in denen die jeweilige Großmacht kulturell, wirtschaftlich und auch militärisch schalten und walten kann, wie es ihr beliebt.
Da wird mit einem Riesendosenöffner an der Pandora-Büchse gedreht, dass einem wirklich schlecht wird.

Heidelbaer

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