Mittwoch, Mai 31, 2006

Mit Karate in die Integration!

Von Astuga für Philippika

Werner Miedl, seines Zeichens ÖVP-Schulstadtrat in Graz, hat ganz famose Ideen.
Im Zusammenhang mit den Nachwehen der Integrationsdebatte rund um zugewanderte Muslime in Österreich möchte er O-Ton: Hunger und Neugier auf unsere Kultur wecken!

Um dieses hehre Zeil zu erreichen, das man naiverweise (sorry, ich bin so!) bei Migranten auch im Eigeninteresse bereits voraussetzen könnte, hat er unter anderem folgende Maßnahmen vorgeschlagen: ... Dass etwa Mädchen muslimischer Eltern nicht am Turnuntericht teilnehmen dürfen - mit "Zwang" sei das aber nicht zu lösen. Miedl: "Es bringt nichts, diesen gewachsenen, männerdominierenden Kulturen mit Druck zu begegnen.
Eher mit Anreizen.
Wenn Männer ihre Frauen in die Schule zum Elternsprechtag lassen, soll es einen Bonus geben, oder wenn Frauen zum Frauenarzt, der ja ein Mann ist, gehen dürfen, dann brauchen sie zum Beispiel weniger Krankenversicherung zahlen."

Gegen gewaltbereite "Gangs", die vereinzelt auch in Zuwanderervierteln zu finden seien, habe er jedenfalls schon ein probates Mittel gefunden. Der ehemalige Polizeigewerkschafter Miedl: "Wir bieten in einer Schule asiatische Kampfsportarten an. Das wirkt. Dort wird nämlich Beherrschung gelernt."

Hier nachzulesen!

Herr Miedl, niemand interessiert sich für eine Luschen-Kultur, erst recht nicht wenn er aus einer, wie sie selbst konstatieren, männerdominierten Kultur stammt!
Vielleicht ist der Mangel an Verständnis aber auch mein Fehler, und ich sollte Karate lernen - wegen der Beherrschung!

Mittwoch, Mai 24, 2006

Bekennen Sie Farbe - Nachbetrachtungen!

Wie unten angemerkt scheint dieses Gesetz doch nicht in Kraft zu treten, oder mit anderem Inhalt, oder basiert auf einer Falschmeldung, oder wurde gezielt lanciert - Cui bono?

Aber gehen wir die Sache mal anders herum an, nehmen wir also für den Zeitraum unserer Betrachtung an, dieses Gesetz wäre in Kraft getreten.
Was würde jenen geschehen die sich ihm widersetzen würden?
Wären sie tätlichen Angriffen ausgesetzt?
Würde man sie versuchen einzuschüchtern?
Würde man sie anzeigen und verhaften?
Würde man sie bestrafen?
Foltern?
Zu Tode prügeln?
Öffentlich hinrichten?

Googeln Sie nach Frauen Iran Verfolgung!
Und dann sagen Sie mir, ob eine "Zwangskleidung" für Frauen ethisch vertretbarer, harmloser oder unwahrscheinlicher ist als eine "Zwangskleidung" für Religionsangehörige.
Die Religionszugehörigkeit kann man ändern (auch mal zum Schein), beim Geschlecht ist das nicht ganz so einfach.

Sonntag, Mai 21, 2006

Bekennen Sie Farbe!

Von Astuga für Philippika

Irans Präsident Achmadinedschad (engl. Ahmadinejad, islam. Achmachdendschihad), hat große Pläne!
Nach seiner Rede vor der UN, bei der er sich von einer Lichtaura umstrahlt wähnte, seiner handfesten Erwartung des Mahdi, und nach seinem Brief an Präsident Bush, der ihn scheinbar in eine Reihe mit Khomeini und dessen Brief an Gorbatschov stellen soll, möchte er die Politik des Iran noch in andere Traditionen einreihen, namentlich:
* 717 Kalif Omar ordnet an, dass Juden und Christen durch eindeutige Zeichen an der Kleidung von Muslimen unterscheidbar sein müssen.

* 807 Persiens Abbasiden Kalif Harun al-Raschid, ordnet an, dass Juden gelbe Gürtel und Christen blaue Gürtel zu tragen haben.

* 853 Kalif Al-Mutavallil in Persien erlässt ein Gelbes-Abzeichen-Edikt.

* 1005 Fatimiden Kalif Al-Hakim ordnet an, dass die Juden von Ägypten und Israel Glöckchen an ihrer Kleidung und ein Goldenes Kalb aus Holz um den Nacken tragen müssen. 1301 werden sie verpflichtet gelbe Turbane zu tragen.

* 1121 Ein Brief aus Baghdad beschreibt Erlässe die Kleidung von Juden betreffend: Zwei gelbe Zeichen, eines an der Kopfbedeckung eines um den Hals, Weiters muss jeder Jude ein Stück Blei um seinen Hals tragen auf dem das Wort "Dhimmi" steht. Weiters muss er einen breiten Gürtel tragen, Frauen müssen einen roten und einen schwarzen Schuh tragen und ein Glöckchen daran oder an der Kleidung befestigt.

* Die Nürnberger Gesetze, auch Nürnberger Rassengesetze, werden am 15. September 1935 vom Reichstag auf dem 7. Reichsparteitag der NSDAP („Reichsparteitag der Freiheit“) in Nürnberg einstimmig beschlossen. (Anm.: Wir kennen ja wohl die dunklen Kapitel unserer Geschichte, im Ggs zu anderen Herrschaften!)

* 2006 Der Majlis (das iranische Parlament) möchte einen Dresscode einführen, bzw einen "neuen" Dresscode, denn es soll der alte aus dem Jahr 1982, der vor allem Frauen einschneidend betrifft, gestärkt und um die religiösen Minoritäten erweitert werden, namentlich Juden, Christen, Zoroastrier.

Das neue Gesetz, bereits 2004 unter Khatami entworfen, wurde bisher wegen interner Blockaden im Majlis nicht umgesetzt, unter dem Druck von Khatamis Nachfolger Achmadinedschad scheint sich die Lage verändert zu haben.

Wenn Sie also den Iran demnächst besuchen sollten (geschäftlich oder als Tourist), denken sie dran, lange Hosen für die Männer und Kopftuch für die Frauen werden vielleicht nicht mehr reichen, ganz abgesehen von jenen Menschen die dieses Land noch Heimat nennen dürfen: Juden gelb - Christen rot - Zoroastrier blau

Noch dürfen sie und wir hoffen, ob der letzte unappetitliche Schritt doch nicht vollzogen wird, an den aufgelisteten Fakten und Gesetzen ändert sich allerdings nichts.

Weiterführende Info

Donnerstag, Mai 18, 2006

Dan Brown kann es, Cannes nicht

Von Claudio Casula

Das war vorauszusehen: Die versammelte Kritikerzunft hat in Cannes die Verfilmung von Dan Browns "Der Da Vinci Code" mit einem langen Gähnen bedacht. Leute, die sich eher an Filmen delektieren, die außer ihnen keiner kuckt, können sich nun mal nicht unter ihrem Niveau amüsieren. Aber wahrscheinlich sind sie mächtig stolz darauf, dass sie einen Kaurismäki-Film bis zum Ende durchhalten.

Fragte man sich schon, was das ganze Gewese um den Inhalt soll, obwohl es sich hier um einen Thriller (!) handelt und außerdem eine mögliche Eheschließung Jesu mit Maria Magdalena genauso wenig beweisbar ist wie sein für die damalige Zeit recht unwahrscheinliches Junggesellentum, so scheint die Behauptung, der Film sei "langweilig", recht subjektiv zu sein. Dabei hält der Autor selbst die Verfilmung für sehr gelungen, und dass der Roman öde sei, kann ja wohl niemand ernsthaft behaupten. Vielleicht spricht aus dem vernichtenden Urteil der Kritiker ja auch eher der Frust, selbst nichts produziert zu haben, was Millionen Menschen für die Dauer einer Romanlektüre oder eben auch eines Hollywood-Films fesseln könnte.

Aber nicht alles, was den Massengeschmack trifft, muss deswegen auch bäh sein. Jetzt, da die Cineasten-Fraktion rummäkelt, freue ich mich besonders auf "Der Da Vinci Code". Ist bestimmt ein sehr unterhaltsamer Film.
Ab morgen auch in Ihrem Kino.

Mittwoch, Mai 17, 2006

Leben in der zionistischen Hölle

Von Claudio Casula

Zugegeben: Ich möchte nicht unbedingt Araber in Israel sein. Okay, sehr viel lieber als ein Kopte in Ägypten, ein Wahutu in Burundi oder ein Eritreer in Äthiopien, ein Papua in Indonesien oder ein Bengale in Ostpakistan, ein Biafraner in Nigeria oder ein Südsudanese im Sudan etc.. Lieber auch als ein Angolaner in den neuen Bundesländern. Aber, nein: Ich möchte kein Araber in Israel sein – wegen der schwierigen Identität, wegen möglicher beruflicher Benachteiligungen, wegen des Misstrauens, das einem Araber von einem Großteil der jüdischen Israelis entgegengebracht wird.

So oder ähnlich werden auch die Araber in Israel empfinden. Aber was sie noch viel weniger sein wollen: Araber in Palästina.

Wer einen Israelkritiker binnen zehn Minuten älter aussehen lassen will als den Stones-Gitarristen Keith Richards, muss ihn nur mit ein paar interessanten Fakten konfrontieren.

In Israel leben heute knapp 1,4 Millionen Araber. Sie stellen ziemlich genau 20 Prozent der Bevölkerung. Drei Viertel sind Muslime, 17 % Christen und 8 % Drusen. Diese leisten aber, anders als die „richtigen“ Araber, auf die sie einen Rochus haben, ihren Wehrdienst ab und unterscheiden sich auch in mancherlei anderer Hinsicht von jenen.

Verständlicherweise können sich die israelischen Araber nur leidlich mit den Symbolen des Staates identifizieren. Der Davidstern in der Flagge, die Menora im Staatswappen, die Nationalhymne Hatikva – alles Zeichen für die vorwiegend jüdische Identität Israels. Aber sie können ganz gut damit leben. Jedenfalls hat sich ihre Zahl seit der Staatsgründung 1948 verachtfacht. Sie haben alle vollen bürgerlichen Rechte, Arabisch ist zweite Amtssprache, und arabische Parteien stellen Vertreter in der Knesset (von denen allerdings wenig Ruhmreiches zu berichten ist).

Der Wehrdienst bleibt den arabischen Bürgern Israels erspart, offiziell, um im Kriegsfall ein moralisches Dilemma auszuschließen, mutmaßlich aber auch, weil viele Israelis die als Fünfte Kolonne der Palästinenser verdächtige Minderheit nur ungern mit Waffen ausgestattet sehen wollen. Angesichts der Unruhen im Herbst 2000, als sich militante Araber aus Israel mit den „Al-Aqsa-Intifada“-Aktivisten solidarisierten, eine nicht ganz von der Hand zu weisende Haltung.

Ansonsten leben die Araber Israels in relativem Wohlstand, mit sehr guter medizinischer Versorgung und allen demokratischen Rechten besser als die meisten ihrer Brüder in den arabischen Ländern. Sie besuchen die acht Universitäten des Landes, arbeiten als Hilfskräfte, Farmer und Bauarbeiter, aber auch als Anwälte, Lehrer, Ärzte, Gewerkschafter, Abgeordnete etc.

Mehr als Hälfte der arabischen Staatsbürger Israels lebt in 103 Dörfern, der Rest in sieben Städten mit gemischter Bevölkerung. Vier davon, im Südosten Galiläas, sind rein arabisch. Von Nord nach Süd: Um el-Fachem, Baqa- El-Garbye, Tira, Taibe. Diese Gegend ist bekannt unter der Bezeichnung El Mutallat, das Dreieck.

Dieses Dreieck mit einer Fläche von 250 qkm wurde nach dem Rhodos-Abkommen 1949 von Jordanien an Israel übergeben. Über den Streifen von 52 km Länge und 3-6 km Breite verteilen sich 17 Gemeinden. Etwa 43 % der Bewohner leben in den Städten Taibe und Um el-Fachem. Insgesamt stellen die Araber im „el Mutallat“ ein Fünftel der arabischen Bevölkerung Israels.

Nun regt die unmittelbare Grenznähe des Dreiecks seit geraumer Zeit die Phantasie der Politiker an. Spätestens seit die Barak-Regierung ernsthaft sogenannte „land swaps“ erwog, also einen reinen Austausch der Souveränität über Gebiete ohne Umsiedlung der Bevölkerung, wird offen darüber diskutiert, ob man nicht im Zuge der Annexion größerer Siedlungsblöcke in der Westbank arabische Orte westlich und nördlich der Green Line (Waffenstillstandslinie) der palästinensischen Autonomiebehörde überlassen könnte.

Unabhängig von rechtlichen Problemen, die ein solcher Schritt wohl mit sich brächte, liegt diese Überlegung natürlich nahe: Im Bestreben, eine ebenso satte wie dauerhafte jüdische Bevölkerungsmehrheit zu erhalten, würden nicht wenige Israelis das Dreieck lieber jenseits des Sicherheitszaunes sehen, ebenso wie arabische Vororte Jerusalems. So kämen mit einem Schlag 450.000 israelische Araber in den Genuss, offiziell Palästinenser zu werden, ohne umziehen zu müssen.

Aber mögen Vertreter der arabischen Minderheit Israels auch in jedes hingehaltene CNN-Mikrophon jammern, mag das Parlamentsmitglied Ahmad Tibi gegen die „Mauer“ protestieren oder sein noch berüchtigterer Kollege Azmi Bishara zu Arafat und Assad pilgern und im Libanon den „rassistischen Staat“ Israel geißeln: Nach Umfragen würden sich 70–90% der arabischen Staatsbürger – je nachdem, wie ehrlich die Befragten sein können – mit Händen und Füßen dagegen wehren, den israelischen Personalausweis gegen einen palästinensischen einzutauschen. (Dies deckt sich, nebenbei, mit den persönlichen Erfahrungen, die ich im Lauf der Jahre machen durfte.) Als Ehud Barak im Sommer 2000 Arafat die Souveränität über den größten Teil Ostjerusalems anbot, brach unter den arabischen Bewohnern der Hauptstadt gar eine veritable Panik aus: Viele, die bis dahin noch nicht die israelische Staatsbürgerschaft beantragt hatten, versuchten nun eilig, das Versäumte nachzuholen.

2004 ließ Ministerpräsident Ariel Sharon einen Versuchsballon in die gleiche Richtung starten: Der Rechtsausleger Avigdor Lieberman propagierte den „weichen Transfer“ des Dreiecks mit seinen 250.000 Bewohnern – und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus. Sogar der Bürgermeister Um el-Fachems und Führer der islamistischen Bewegung, die schon seit etlichen Jahren die Stadt regiert, war entsetzt und führte als Grund für das Bedürfnis, Israeli zu bleiben, u.a. an dass es um Demokratie und Justiz in Israel weit besser bestellt sei als in allen arabischen / islamischen Ländern.

Hinzu kommen wirtschaftliche Aspekte und die Möglichkeit, sich in „jüdischen“ Krankenhäusern behandeln zu lassen. Neun von zehn Menschen im Dreieck sind in der Kupat-Cholim, der staatlichen Krankenversicherung, und können im Fall schwerer Erkrankungen die Kliniken von Afula und Hadera bzw. im Süden die von Petach-Tikva und Kfar-Sava aufsuchen.

Im Wadi Ara kann nicht einmal der Bau des Sicherheitszaunes die Araber zu Demonstrationen mobilisieren. Denn die Sperranlage hat alle Versuche der jenseitigen Palästinenser vereitelt, illegal nach Israel einzudringen, und die erkleckliche Anzahl der Diebstahlfälle auf Null gebracht, was man diesseits mit Befriedigung zur Kenntnis nimmt. Die Wahrheit ist: Israels Araber blicken mit einiger Verachtung auf die bucklige Verwandtschaft im Westjordanland herab.

Fazit: Bei allen großen und kleinen Ungerechtigkeiten, die der arabischen Minderheit in Israel widerfahren mögen, kann sich nach allen Umfragen nur eine winzige Minderheit vorstellen, als Palästinenser in Palästina zu leben. Wohlgemerkt: nicht einmal, wenn dafür kein Umzug notwendig würde. Und das, obwohl sie schon seit 1948 unter israelischer „Besatzung“ lebt. In den kleinen arabischen Ortschaften in der Nähe der Siedlung Alfej Menashe war die Verzweiflung groß, nachdem im vergangenen Sommer ein Imam beim Obersten Gerichtshof in Jerusalem erfolgreich gegen den Verlauf des Sicherheitszaunes geklagt hatte. Dem Geistlichen war die „nationale Ehre“ wichtiger als das Wohlergehen der Menschen, die nun außerhalb des Zauns werden leben müssen.

Wann immer also einer daherkommt und von der „unterdrückten arabischen Minderheit“ schwadroniert, sollte man ihn nur eines fragen: warum diese lieber in der zionistischen Hölle als im Paradies der palästinensischen Befreiungsbewegungen leben möchte. Weiß er darauf keine Antwort, so möge er die unsterbliche Empfehlung Dieter Nuhrs beherzigen: „Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal Fresse halten.“

„Holocaust In The Holy Land“

Von Claudio Casula


„Holocaust In The Holy Land“ – so heißt eine aktuelle Vortragsreihe der Muslim Student Union an der University of California Irvine. Es geht, wie bei den Veranstaltern zu erwarten, natürlich nicht um die unterschiedslose Ermordung von Juden durch islamistische Terroristen, und auch nicht um die unverhohlenen Vernichtungsdrohungen der Hamas oder des iranischen Präsidenten an die Adresse Israels, sondern offenbar um einen halluzinierten Genozid an den Palästinensern.

Die scheinheilige Frage „Obstacles to Peace: Israelis or Palestinians“ beantwortet sich von selbst.
Imam Mohammad Al Asi („Hamas: The People´s Choice“) hat gestern erzählt, warum es ganz normal ist, eine Terrororganisation an die Regierung zu wählen, die den Mord an Juden in ihrem Programm festgeschrieben hat.
Ein dickbauchigeres Geschütz fährt Amir Abdel Malik Ali auf: „Israel: The 4th Reich“. Beeilung: Wer heute noch losfliegt, kann es bis morgen Mittag locker schaffen, diesen sicher sehr phantasievollen Beitrag zu genießen!
Und dann sind da noch zwei Juden, die für die Judenhasser von der UC Irvine die nützlichen Kronzeugen-Idioten geben: Heute erklärt Rabbi Yisroel Dovid Weiß („Zionism Hijacking Judaism“), warum Juden im Heiligen Land nix zu suchen haben bzw. jedenfalls keinen Staat brauchen – im Gegensatz zu den Palästinensern natürlich, denn arabische Staaten kann es ja gar nicht genug geben.
Den Special Guest haben wir alle schon verpasst: Professor Norman Finkelstein, der in „Die Holocaust-Industrie“ behauptete, dass „jüdische Eliten das Leiden von Millionen Juden ausbeuten“, war sich zwar nicht zu schade, bei der Veranstaltung mit dem Titel „Holocaust im Heiligen Land“ aufzutreten, aber leider gestern schon dran.

Hoffentlich haben die Veranstalter daran gedacht, die alten Spruchbänder mit der Aufschrift „Die Juden sind unser Unglück“ aus dem Sportpalast im Audimax der UC Irvine anzubringen. Antisemitische Redner, gut und schön. Aber auch der Rahmen muss stimmen.

Dienstag, Mai 16, 2006

Goodbye Hirsi Magan Ali!

Von Astuga - fremde Stimmen (Lizas Welt):

„Die Gesetze seien künftig nicht beachtet, in Erwägung, dass wir nicht mehr Knecht sein woll’n“, textete Bertolt Brecht 1934 in der ersten Strophe seiner Resolution der Kommunarden. Es ist zwar nicht anzunehmen, dass Ayaan Hirsi Ali (Foto) dieses Lied im Kopf hatte, als sie vor vierzehn Jahren in die Niederlande kam und dort politisches Asyl beantragte. Gleichwohl geben die zitierten Zeilen treffend wieder, worum es ihr ging: nicht mehr geknechtet zu werden ...


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Dienstag, Mai 09, 2006

Liebesgrüße aus Teheran

Von Claudio Casula

Irans Präsident Achmachmirdendschihad hat einen 18-seitigen Brief nach Washington geschickt. Die Süddeutsche Zeitung nannte das gleich, ohne bis dato den Inhalt gekannt zu haben, "sensationell". Ich auch, denn ich hatte, zugegeben, dem Mann gar nicht zugetraut, lesen und schreiben zu können. Wobei – vielleicht war er ja auch nur der Diktator.


Der tut nichts – der will nur spielen



Laut SPIEGEL ONLINE rätselt der Irre von Teheran noch immer über die Gründung Israels nach und ob das denn nun unbedingt nötig war. Desgleichen ist ihm schleierhaft, warum der Westen die radikalislamische Hamas nicht als Partner anerkennt, denn die sei ja "von den Palästinensern gewählt". Im gleichen Schreiben erklärt er allerdings Liberalismus und Demokratie für gescheitert, ein gewagter logischer Stunt, den man ihm verzeiht, weil er gar nicht weiß, was Freiheit ist und, was die Demokratie betrifft, im Hinblick auf sein eigenes Land und die Palästinensischen Autonomiegebiete nicht ganz verkehrt liegt.

Leider liegt der Text derzeit nur in Auszügen vor. Vorausgesetzt, dass der Brief nicht von der Redaktion der Titanic stammt, würde man ihn in einer stillen Stunde gern vollständig lesen, bevor das kuriose Schreiben im Ordner "Sonstiges" abgelegt wird.

Bis dahin dürfen wir sicher sein, dass sich bei uns genügend Trottel finden werden, die in dem Brief ein subtiles Friedens- und Verständigungsangebot sehen wollen und es George W. Bush furchtbar übel nehmen, wenn er, statt mit großer Geste auf Achmachmirdendschihad zuzugehen, sich im Oval Office krumm und bucklig lacht.

Sonntag, Mai 07, 2006

News aus dem Rinnstein ...

Von Astuga - fremde Stimmen (Gudrun Eussner):

Oder, "Was kein anderer bringt!"
Wie Frau Eussner in diesem Artikel ihres auch ansonsten lesenswerten Blogs meint, lohnt es sich Aufgelesenes zu lesen, und ich empfehle ebendort weiterzulesen:

www.eussner.net

Freitag, Mai 05, 2006

Tierschützer

Von Fega Maldas

In Italien haben sie letzte Woche süße Laborhasen (nicht das, was Du denkst!) in einem gewalttätigen Überfall "befreit". Das Problem war nur, daß diese pockeninfiziert waren. Das könnte für die Intelligenzbolzen Tod oder Erblindung heißen. Dümmer gehts nicht.



Quelle: Corriere

Tödliche Dosis

Von Claudio Casula

Ich habe es getan. Ich habe es tatsächlich getan. Michael Lüders UND Hans-Christian Ströbele in einer Diskussionsrunde auf Phoenix - das war selbst für einen hartgesottenen Medien-Masochisten wie mich zuviel. Normalerweise hätte ich reingezappt und wäre hängen geblieben. Diesmal nicht. Ich hörte gerade noch, wie Lüders, der mit Israel sympathisierende Menschen im privaten Kreis "Shlomos" zu nennen pflegt, daran erinnerte, dass der Iran immerhin den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet habe, im Gegensatz zu Israel, Indien und Pakistan, da war es mir auf einmal um die Zeit zu schade. Ich drückte die Aus-Taste, noch bevor Ströbele einmal mehr "feststellen" konnte, dass die USA auf einen Krieg aus seien. Pling. Weg war er.

So wurde es dann doch noch ein schöner Abend.

Donnerstag, Mai 04, 2006

Demographics and Iran`s imperial design

Von Astuga - fremde Stimmen:

Ein noch immer aktueller Text des von mir geschätzten Spengler, seines Zeichens Kolumnist der Asia Times, der die scheinbar w-irre Außenpolitik Achmadinejads in neuem Licht erscheinen lässt:

Aging populations will cause severe discomfort in the United States and extreme pain in Japan and Europe by mid-century. But the same trends will devastate the frail economies of the Islamic world, and likely plunge many countries into social ...

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Keine Todesstrafe für Moussaoi

Von Fega Maldas

Als entschiedener Gegner der Todesstrafe freue ich mich natürlich, daß Moussaoi weiterleben darf, jedoch empfinde ich in diesem Fall nicht nur Freude, sondern auch Schadenfreude. Ist es nicht schön, daß jemandem, der sich nichts sehnlicher wünscht als sich als Märtyrer den Weg zu seinen 72 Jungfrauen freizukämpfen, dieser Orgasmus verwehrt wird?
Dies befriedigt mich nun wieder ungemein, was ich mir entschieden mehr gönne als ihm.

Nun kann er zusehen, wie er im Knast seine bisherigen Sünden abbaut, um doch noch ins Paradies zu gelangen. Der Königsweg bleibt ihm jedenfalls versperrt und ohne diesen bekommt er bei weitem nicht die selben Freuden geliefert. Er wird sich maßlos ärgern und dies ein Leben lang.

Auf jeden Fall wird er dort viele Gleichgesinnte treffen. US-Gefängnisse sind dafür bekannt, daß gerne zum Islam konvertiert wird. Wo sonst wird einem versprochen, angesammelte Sünden in einem großen Schlag abzubauen?

Dienstag, Mai 02, 2006

Dummschwätzer des Tages

Von Claudio Casula

Kein Tag vergeht, ohne dass sich irgendjemand in aller Öffentlichkeit das Narrenkostüm überwirft. Heute lässt sich Hans-Christian Ströbele (66) vernehmen, der Pazifist, der Waffen für Nicaragua ganz in Ordnung fand und irakische Raketen auf Tel Aviv als "logische, fast zwingende Konsequenz" der israelischen Politik begrüßte, äh, interpretierte. Neuerdings will er verhindern, dass dem Iran die Möglichkeit genommen wird, den jüdischen Staat mit Atomwaffen auszuradieren.

Und welch genialer Gedanke treibt ihn zur Stunde um? Er fordert eine "türkische Version der Nationalhymne", damit türkischstämmige Mitbürger auch endlich die dritte Strophe singen können. Das müssen ja schöne Patrioten sein: Die Nationalhymne singen wollen, aber bitteschön in einer anderen Sprache. Gehts noch? Natürlich würde kein (Deutsch-)Türke auf eine derart groteske Idee verfallen. Sowas kann nur jemand ausbrüten, dessen Augenbrauen deutlich länger als die Gehirnwindungen sind. Jemand, der absolut keine Ahnung von denen hat, welchen was Gutes tun zu wollen er vorgibt. Aber gut ist das Gegenteil von gut gemeint. Sechs. Setzen.

Dann haben wir noch Daniel Barenboim (63). Das ist ein weltberühmter Dirigent, der dicke Freund mit Edward Said war, einem palästinensischen Vorzeigeintellektuellen, welcher wiederum zeitlebens für die Ein-Staaten-Lösung (also für die Abschaffung Israels) eintrat. Barenboim meint, dass man die von der Busbomberpartei gestellte Regierung der Palästinenser weiter alimentieren sollte: "Menschen können sich ändern, wenn sie an der Regierung sind". Sie können aber auch so bleiben, wie sie sind, was man gerade an der Hamas sieht, die eben ein Blutbad an Dutzenden Imbissbesuchern als tolle Sache gefeiert hat. Und sie werden sich ganz gewiss nicht ändern, wenn man sie trotz ihres feuchten Traums von der Vernichtung Israels noch unterstützt. Aber: Das Ergebnis der "demokratischen Wahlen", so Barenboim, müsse man akzeptieren. Nun ist Barenboim ja häufiger in den Gebieten, und man sollte annehmen, dass die völlige Abwesenheit eines demokratischen Diskurses, der abstoßende Gewaltkult, die brutale Verfolgung von "Verrätern" (also all jener, die Terror für kontraproduktiv halten) und die nackte Anarchie im Gazastreifen selbst einem Schöngeist wie ihm aufgefallen wären. Aber sei's drum. Hier geht es um die Frage, warum Europa eine Terrorgruppe, die der Dirigent selbst für "eine Tragödie" hält, an der Macht halten sollte. Barenboims gewagte These: "Wenn es kein Geld gibt, stellen sich die Menschen noch mehr hinter die Hamas". Wirklich? Gut, den Palästinensern ist vieles zuzutrauen, aber warum sollten sie sich ausgerechnet hinter jene stellen, die ihnen diese trübe Suppe eingebrockt haben? Oder, anders herum gefragt: Warum sollten sie, wenn die EU fröhlich weiter zahlt, einen Grund haben, sich von der Hamas abzuwenden?

Es hat lange genug gedauert, bis bei den Europäern der Groschen gefallen ist und sie endlich begriffen, dass es der falsche Weg ist, den unsäglichen Terror der Islamofaschisten zu belohnen. Statt diese Binsenweisheit mal beizeiten seinen palästinensischen Freunden zu flüstern, bestärkt er sie in ihrer fatalen Einstellung des Alles oder Nichts. Warum nur? Weil er als israelkritischer Jude in Europa Punkte machen will? Sehr traurig. Als Dirigent mag der Herr ja ein Meister seines Fachs sein, aber als politischer Kommentator gerät er regelmäßig aus dem Takt.

Ach so, noch etwas: In Israel haben kürzlich wirklich demokratische Wahlen stattgefunden. Die Mehrheit hat sich aus guten Gründen dafür entschieden, die Politik der (mangels Partner) einseitigen Abkopplung von den Palästinensern fortzuführen. Tja. Muss man akzeptieren, Herr Barenboim.

Endlich wissen wir's: Das Judentum ist rassistisch!

von Heidelbaer

Leider wird Abi Melzer bei Henryk M. Broder aufgrund des nicht enden wollenden Kleinkrieges zwischen den beiden wohl der ewige Schmock der Woche bleiben, vielleicht wird er ja noch als Inkarnation transzendenter und präexistenter Schmockigkeit noch selig gesprochen, wir wissen es nicht. Aber es ist vor allem deshalb ein bisschen bedauerlich, weil wir sonst einen echten Nominierungsvorschlag hätten:

Günter Freiherr von Gravenreuth

Durchlaucht hätten ohnehin schon den Titel "Schmock" verdient, schließlich machte er sich als Abmahn-Anwalt dadurch einen Namen, dass er die Urheber- Marken- und Patentrechte seiner Mandantschaft durchaus auch für sich selbst einträglich auf Kosten zum Teil unbedarfter Computernutzer durchsetzte. Ebenfalls recht schmockig mutet an, dass er sich seinen Adelstitel rückwirkend durch das neue Namensrecht von seiner Mutter her ins Stammbuch schreiben ließ, aber dafür haben wir natürlich Verständnis, wie wirkt denn "Günter Dörr" auf einem Messingschild an der Münchener Freiheit.

Kein Verständnis haben wir jedoch für eine kleine, aber delikate Randdiskussion in der Wikipedia, in der unser Freiherr sich über die "rassistische" Definition aufregte, wonach das Kind einer jüdischen Mutter Jude sei.
Zitat:
Wenn eine Zugehörigkeit zu einer Religon, einem Staat oder sonst was von der biologischen Abstammung abhängig gemacht wird, dann ist das IMO Rassismus!
(Der Rechtschreibfehler ist nicht von mir!)
Auf die Frage, ob eine Religion nicht selber entscheiden dürfe, wer zu ihr gehört, und ob es nicht ganz legitim sei, dass es Bekenntnisreligionen gebe, die die Zugehörigkeit über ein Bekenntnis definieren, und eben Volksreligionen gebe, die ihre Zugehörigkeit genealogisch definierten, ereifert sich Durchlaucht nur um so mehr. Nicht nur, dass die Schläger von Potsdam als Vergleich bemüht (ebendort), er greift auch dankbar das eingeworfene Stichwort "Mormonen" auf, und findet deren offensichtlich rassistische Passagen eigentlich genauso passend in diesem Zusammenhang wie
Zitat:
Ehrenmorde, Zwangsehen, und feminine Genitalverstümmelungen im Islam
Womit sich unser Advokat auch noch als profunder Islamkenner erweist. Dass sich die Mehrheit muslimischer Gelehrter gegen diese Praktiken stellt, und muslimische Geistliche zusammen mit christlichen Bischöfen in Afrika gemeinsam gegen Genitalverstümmelung kämpfen, sei daher nur am Rande erwähnt.

Wir stellen nur fest: Endlich wissen wir's: so schlimm ist das Judentum. Weil das Kind einer jüdischen Mutter Jude ist, sind Juden zu allen anderen rassistischen Schweinereien fähig. Wehret den Anfängen!

Ich werde Herrn Günter Freiherr von Gravenreuth hier explizit NICHT als Antisemiten bezeichnen, denn ich habe bei aller Wertschätzung von Herrn Broder keine Neigung, ihm auch in den Gerichtssaal nachzufolgen, und mir solche Äußerungen richterlich verbieten zu lassen.

Aber ich erlaube dem geneigten Leser, sich seine eigenen Gedanken zu machen, denn die Gedanken sind das, was das Internet nicht zuletzt dank solcher Anwälte wie Frhr v. Gravenreuth nicht mehr ist: sie sind frei!

Heidelbaer